DAS AKTUELLE BUCH – Januar 2018 – Vahlefeld: Mal eben kurz die Welt retten

Mal eben kurz die Welt retten _Wie viele Angehörige meiner Generation wuchs ich auf mit einem rotgrünen Grundrauschen im Ohr, das sich zuerst kaum merkbar, dann immer deutlicher  über alle Sachverhalte des Alltags legte, über das Verhältnis der Geschlechter, über Witze, den Stromverbrauch, die Abfallentsorgung und schließlich sogar den Gebrauch der Sprache. Eine Zeitlang kam ich mir vor, als lebte ich in einem Biotop mit einer notorischen Reizatmosphäre und es spricht für meine persönliche Indolenz, dass ich mich mit der Zeit fast daran gewöhnte und glaubte, man müssen damit leben wie mit einem unangenehmen Juckreiz. Aber es war mehr als Grundrauschen oder Juckreiz. Die Urheber dieser rotgrünen Nervenkontaminierung traten in SPD und den Grünen bei, durchwanderten Institutionen, okkupierten die Redaktionen und Funkhäuser und schließlich auch noch die Union  und machten Ernst. Denn plötzlich war Angela Merkel da, das Niemandsgesicht aus der Uckermark und begann mit Hilfe des massenmedial organisierten Mainstreams und eines Ja-Sager-Parlamentes Staat und Gesellschaft bis zur Unkenntlichkeit zu verändern. Dammbruchartig Fahrt aufgenommen hat dieser quasirevolutionäre Prozess im Jahre 2010, als alle Bestimmungen der Vertrages von Maastricht über den Haufen geworfen wurden und kein Hahn danach krähte. Fortgesetzt wurde sie durch die haarsträubend und dilettantisch ins Werk gesetzte Energiewende und gekrönt durch die verantwortungslose Grenzöffnung für 1,2 Millionen überwiegend muslimsicher Einwanderer, die alle aus sicheren Drittstaaten ab September 2015 nach Deutschland kamen.

Nun ist die Katastrophe da, und es scheint, als rieben sich die Leute erst jetzt die Augen.  Alles was sogenannte „Rechtspopulisten“ oder „Nazis“ seit Jahren prophezeit haben, ist auf eine noch viel zugespitztere Weise wahr geworden, und auch wenn die überlokalen „Qualitätszeitungen“ die Zustände beschönigen so gut sie können, lässt ein Blick in die Lokalnachrichten keinen Zweifel an der Brisanz der Zustände: „Weihnachtsmärkte unter Polizeischutz, Karneval hinter Hochsicherheitsabsperrungen, Straßen Silvester als Abwehr öffentlicher Gang-Bang-Versuche, Amokfahrten, Axtangriffe, Attentatsversuche, explodierende Kriminalitätsstatistiken und ein eklatanter Anstieg von Vergewaltigungen und anderer schwerer sexueller Übergriffe auf Frauen: die innere Sicherheitslage Deutschlands hat sich seit September 2015 so dramatisch verändert.” Die Beschreibung der gegenwärtigen Zustände, wie sie Markus Vahlefeld hier und an anderen Stellen bietet, ist drastisch, zustreffend und erschreckend.

Im Fokus des vorliegenden Buches aber stehen nicht nur die Exzesse seit 2010 sondern die längerfristigen Entwicklungslinien, die zu diesen Verhältnissen geführt haben. Der Autor identifiziert eine von interessierter Seite geschickt instrumentierte Popularisierung der Selbstverachtung aufgrund der nationalsozialistischen Verbrechen, mit deren Hilfe  die natürlichen Kräfte der Selbstbehauptung und der kulturellen Identität in Deutschland Schritt für Schritt abgeschafft wurden. Dieser Selbsthass, der sich selbst als Weltbürgerlichkeit moralisch überhöht, war die Voraussetzung einer gesamtgesellschaftlichen Entgrenzung, die sich nicht in der Grenzöffnung vom September 2015 erschöpfte sondern inzwischen alle gesellschaftlichen Bereichen umfasst.  Das ist schlimm genug, aber noch schlimmer sind die politischen Konsequenzen, die sich daraus ergeben.  „Hinter der von den Linken geforderten Entgrenzung steht bereits ein monströser totaler Staat, der es Politikern erlaubt, ungebunden und ohne formale Fesseln ein neues Quasirecht zu setzen, das gerade in Regellosigkeit und bewusst verhinderter Rückkopplung zum Parlament besteht.” Tatsächlich ist ein Prozess der rechtsstaatlichen Erosion und öffentlicher Repression in Gang gekommen, den man noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten hätte. Ein verfassungswidriges Zensurgesetz (so der wissenschaftliche Dienst des Bundestages) beschränkt die Meinungsfreiheit, Anhänger der parlamentarischen Opposition werden kriminalisiert,  und der  zwangsfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk schalten immer ungenierter  auf regierungskonformen Propagandamodus.

Dieser Niedergang der demokratischen Öffentlichkeit ist nach Meinung des Autors aber nicht nur ein deutsches, sondern ein europäisches Problem. Das wird nirgendwo so deutlich, wie in der suizidalen Unterwerfung der europäischen Völker unter die  islamischen Masseneinwanderung, „Europa wird bald wegen seines bisherigen Liberalismus untergehen“ zitiert Vahlefeld den ungarischen Nobelpreisträger Imre Kertecz, „Europa hat Hitler hervorgebracht; und nach Hitler steht hier ein Kontinent ohne Argumente: die Türen weit offen für den Islam; er wagt es nicht länger über Rasse und Religion zu reden, während der Islam gleichzeitig einzig die Sprache des Hasses gegen alle ausländischen Rassen und Religionen kennt“

Aber es gibt Widerstand –  Widerstand von demokratisch legitimierten Regierungen in Ungarn, Polen und der Slowakei (und nun auch in Österreich), die sich der gesamteuropäischen organisierten Infiltrationsstrategie entgegenstellen. Am Ende seines Buches spitzt Vahlefeld diesen Konflikt auf die beiden Konzepte „Orban“ und „Merkel“ zu. „Bleibt – wie Viktor Orban es sich wünscht – Europa ein Kontinent von christlichen Nationalstaaten, die vornehmlich autark sind und untereinander Handel und Austausch betreiben, oder wird – wie es Angela Merkel vorzuschweben scheint – Europa eine offene Wertegemeinschaft?”

Bei aller Zustimmung zu dieser ausgezeichnet recherchierten und lesenswerten Bestandsaufnahme der gegenwärtigen zeitenwende würde ich dem Autor hier allerdings widersprechen. Merkel zur Protagonistin eines epochalen Antagonistin zu erklären, tut dieser Frau zu viel Ehre an. Sie ist eine grundsatzlose Pragmatikerin, nur getrieben von ihrem Wusch, im Amt zu bleiben und deswegen durch die wahren Zentren der Macht hinter den Kulissen, wie sie Bruno Bandulet am Ende seines Buches  „Beuteland“ beschrieben hat,  problemlos zu instrumentieren.

 

 

 

 

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