Aus dem Tagebuch eines Wechselwählers: Ein Rückblick auf die Merkel Jahre

WaglkreuzIm Jahre 2005 hatte ich die Union gewählt, weil ich mir von den Reformbeschlüssen des Leipziger Parteitages ein Umsteuern in den deutschen Verhältnissen versprach. Umso enttäuschter war ich, als sich innerhalb der Großen Koalition (2005-2009) die SPD als der kleinere Partner gegenüber der Union inhaltlich voll durchsetzte und die Bundeskanzlerin eine bürgerliche Position nach der anderen preisgab.

  Im Jahre 2009 wechselte ich deswegen zur FDP und war damit einer der Wähler, die zu ihrem 15 % Triumph beitrugen. Aber auch das zweite Merkel-Kabinett (CDU/CSU, FDP 2009-2013) überraschte seine Wähler. Im Zuge der Griechenlandkrise wurden die Maastricht-Verträge gebrochen und die Türe zur Transferunion aufgestoßen – und die FDP Minister blieben auf ihren Sesseln sitzen, als hätten sie Klebstoff an der Hose. Jedem, der Augen hatte zu sehen, war klar, dass sich eine fundamentale Erosion der staatlichen Souveränität andeutete. Genauso schockierend war die sogenannte „Energiewende“, die von der Kanzlerin entgegen allen  früheren Beschlüssen in einer Nacht und Nebel-Entscheidung verkündet wurde. Mit Erschrecken wurde mir klar, dass unsere Regierungschefin keinerlei Plan folgte.  Ihre einzige Maxime war der Machterhalt im Einklang mit der herrschenden rotgrünen Presse, deren Meinungsführer nun praktisch die Diskurshoheit übernahmen. Wie viele andere Bürger schloss ich mich deswegen der Protestbewegung von Professor Lucke an und wurde Mitglied der „Alternative für Deutschland“. Das war der Beginn meines Abschieds vom politischen Mainstreams – zugleich auch der Anfang vom Ende zahlreicher Freundschaften, was ich damals allerdings noch nicht ahnte. 

   Das dritte Merkel-Kabinett, wieder eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD (2013-2017), aber setzte allen die Krone auf. Im Herbst 2015, als die Bundeskanzlerin  in einer putschartigen Aktion die widerrechtliche Entblößung der deutschen Grenzen zugunsten einer ungesteuerten Massenzuwanderung in die Wege leitete, wurde Deutschland unwiderruflich verändert. Schlimm, dchte ich. Doch diesmal hat sie übertrieben. Ich rechnete fest damit, dass  dass Frau Merkel im Zuge des von ihr verursachten Desasters schon 2016 stürzen oder spätestens 2017 abgewählt werden würde. Doch ich hatte die geballte Macht der Parteien, der gleichgeschalteten Zivilgesellschaft, der Kirchen, der Presse und des zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehens unterschätzt. In einer beispiellosen und vielfältig koordinierten Stigmatisierungskampagne wurden alle oppositionellen Kräfte gegen den Regierungskurs niedergemacht. Die sich deutlich abzeichnende Auflösung des Landfriedens durch die Zunahme der Rohheitsdelikte und die beispiellose Mordserie islamistischer Terroristen  wurden so gut es ging heruntergespielt. Der Umstand, dass die etablierten Alternativen zu Frau Merkel noch abgründiger waren als sie selbst und das unglückliche Taktieren der AfD als der einzigen Oppositionspartei, taten das Übrige. Am 24.9.2017 werden die vier Bundestagsparteien, die die Entwicklung seit 2005 zu verantworten haben, mit voraussichtlich über 80 % wiedergewählt werden – und dass obwohl für 2018 der Familiennachzug von 390.000 Migranten ansteht und damit mindestens zwei Millionen Migranten zusätzlich nach Deutschland kommen werden. Das wird das Ende des Deutschlands sein, so wie wir es kennen. Aber keiner soll nachher sagen, er hätte es nicht gewusst.