Murray: Der Selbstmord Europas

Murray Selbstmord _ Das vorliegende Buch, das in Großbritannien zwanzig Wochen lang auf  Bestsellerlisten stand, fand in Deutschland keinen etablierten Verlag. Und das nicht, weil das Buch des renommierten britischen Historikers Douglas Murray schlecht recherchiert gewesen wäre – nein, es wurde abgelehnt, weil seine fundamentale Kritik an der moslemischen Masseneinwanderung der politischen Korrektheit widersprach. Erschienen ist das Buch „Der Selbstmord Europas“ von Douglass Murray schließlich in der „Edition Tichys Einblick“, einem kleinen, auf Wirtschaftsfragen spezialisierten Verlag. Gekauft, gelesen und kommentiert wird es zurzeit wie kaum ein anderes Buch im Netz. Doch bei den regierungstreuen „Qualitätsmedien“ herrscht Schweigen im Blätterwald.

Das ist wenig verwunderlich, denn Murrays umfassender Überblick über die Geschichte der islamischen Landnahme in Europa stellt den politischen Eliten ein katastrophales Zeugnis aus. Wohin der Autor auch blickt, nach Frankreich, Großbritannien, Deutschland oder Skandinavien, wer immer in diesen Ländern auch regierte, ob Liberale, Sozialdemokraten oder Konservative, sie alle haben zwei Generationen lang völlig tatenlos eine muslimische Masseneinwanderung gegen den Willen der Mehrheitsbevölkerung zugelassen.  Obwohl schnell klar wurde, dass die Zuwanderung in ihrer Massierung für die aufnehmenden Gesellschaften ein Minusgeschäft war und zahlreiche Probleme hervorrief, ließen die Verantwortlichen es einfach geschehen, weil sie in atemberaubender Ignoranz allen Neuankömmlingen unterstellten, sie könnten sich als Muslime aus Pakistan, Algerien oder der Türkei mit etwas guten Willen problemlos in die europäische Gesellschaft integrieren. Damit will Murray nichts gegen den einzelnen Pakistani, Algerier oder Türken gesagt haben, außer, dass das selbstverständliche Recht einer Gesellschaft, sich ihre Zuwanderer auszusuchen, niemals wirklich zur Debatte stand. Ebenso wenig wie der Umstand, dass sich die Massenmigration von Anfang an zu einem großen Teil unter Missbrauch des Asylrechtes und auf anderen illegalen Wegen vollzog.

Mit dem Aufstieg des Multikulturalismus zur Jahrtausendwende nahm die Zuwanderung weiter Fahrt auf, nun aber verbunden mit einer sich immer stärker artikulierenden kulturellen Selbstverachtung von Seiten der politischen Eliten. „Original an Schweden ist nur die Barbarei“. erklärte der konservative schwedische Ministerpräsident, „alles Gute kam von außen.“ Und Tony Blairs Einwanderungsministerin  verkündete coram publico, dass sie es als ihre Aufgabe ansehe, die Einwanderungsquoten noch weiter zu steigern. In Mainstreammedien und Schulbüchern wurde das Hohelied der Zuwanderung gesungen, die den „Geburtenrückgang ausgleiche“, das Land „reicher“ und „bunter“ mache, wobei nicht vergessen wurde, auf die „Mitschuld Europas“ an allen Übeln der  Welt hinzuweisen. Hinweise auf eine mögliche Inkompatibilität von Scharia und Demokratie suchte man dagegen vergebens.

Auf der anderen Seite sahen sich die Gegner der Masseneinwanderung von Anfang an heftigen Anfeindungen ausgesetzt. Es begann schon im Jahre 1968, als der britische Konservative Enoch Powell in seiner aufsehenerregenden „Ströme von Blut-Rede“ vor den  langfristigen Gefahren einer nicht kulturkompatiblen Zuwanderung warnte und am nächsten Tag von Premierminister Heath gefeuert wurde.   Seitdem war die Kritik am Islam mit einem Tabu belegt, das umso rigider durchgesetzt wurde, je mehr die muslimische Zuwanderung anschwoll. Denn mit den Millionen Muslimen, die bis zur Jahrtausendwende nach Europa kamen, vervielfachten sich auch die bereits bekannten Probleme. Parallelgesellschaften mit signifikant höheren Arbeitslosen-, Kriminalitäts- und Fertilitätsraten wurden zu Erkennungsmerkmalen europäischer Metropolen.  Noch in den Sechziger Jahren war Schweden ein ethnisch homogenes Land gewesen, doch nun bewiesen demografische Studien, „dass ethnische Schweden noch zu Lebzeiten dieser Generation zu einer Minderheit im eigenen Land werden“ würden. London wurde eine mehrheitlich multikulturelle Stadt, und in den Schulen von Saint-Denis im Norden von Paris, in dessen Kathedrale Karl Martell, der Sieger über die Araber bei Tours und Poitiers, begraben liegt, sind 70% alle Schüler bereits Moslems.

All das war schon um die Jahrtausendwende mehr als besorgniserregend, doch es sollte noch schlimmer kommen. Murray beschreibt, wie im Zuge der Merkelschen Grenzöffnung im Jahre 2015 in Europa alle Dämme brachen. Millionen vornehmlich muslimischer Migranten kamen in Booten, zu Fuß oder in den Fahrzeugen professioneller Schlepper vornehmlich nach Deutschland und Schweden, aber auch nach Italien, Dänemark, die Niederlande und Belgien. Eine Explosion der Rohheitskriminalität, der Schwulenfeindlichkeit und des Antisemitismus erschüttert seitdem die Aufnahmeländer, während der Terror seine blutige Spur durch Europa zieht. Die wenigen Moslems, die sich  erfolgreich integriert haben und als Konvertiten vor der Islamisierung warnen, sehen sich den Todesdrohungen ihrer ehemaligen Glaubensbrüder gegenüber. Dass allenthalben vom „friedlichen Islam“ geschwärmt wird, seine Kritiker aber in ganz Europa Polizeischutz benötigen, ist nur eine der vielen Paradoxien, die der Autor aufführt.

Einen zentralen Teil des vorliegenden Buches widmet Murray der Frage, wie dergleichen in einem Kontinent wie Europa überhaupt geschehen konnte. Seine Diagnose: der Kontinent ist angeschlagen. Er hat seine religiösen Traditionen zum großen Teil verloren, er ist „erschöpft“ und „müde“, ein  „gefallener Ikarus“, der seinen Sturz nur noch als Krüppel überlebte und mit politischen Führungskräften geschlagen ist, die „seiner Überlieferung und Traditionen nicht würdig sind.“

Es gibt aber auch Zeichen der Hoffnung. Die zuwanderungseuphorische Linke befindet sich bei allen Wahlen europaweit im freien Fall, und ihre Ausgrenzungsmechanismen verlieren an Wirksamkeit.    Innerhalb der Europäischen Union hat sich in Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei manifester Widerstand gegen die Zuwanderungspolitik organsiert. In Österreich ist es zu einem Politikwechsel gekommen, und selbst in Deutschland hat es eine islamkritische Partei trotz aller medialen Diffamierung in beträchtlicher Stärke in den Bundestag geschafft.   Vor allen Dingen aber ist die Bevölkerung endlich aufgewacht.  Überall in West-, Mittel- und Südeuropa wissen die Leute inzwischen sehr genau, warum sich ihr Land grundlegend verändert hat und wer dafür verantwortlich ist. Immer weniger sind sie bereit, Islamisierung, Straßengewalt und Terror als normalen Teil ihres Alltagslebens in mürrischer Indifferenz zu ertragen. Die Situation spitzt sich zu, denn inzwischen beginnt die Lunte am Pulverfass Europa auch an der autochthonen Seite zu glimmen.

In dieser angespannten Stimmung könnte das vorliegende Buch, das auf der Grundlage einer imposanten Gesamtschau das europaweite Lügengespinst zerreißt, für die politischen Eliten zum Menetekel werden. Ohne zu hoch greifen zu wollen, kann man Murrays „Selbstmord Europas“  mit epochalen Schriften wie dem „Common Sense“ von Thomas Paine  oder dem Traktat des Abbe Sieyes „Was ist der dritte Stand?“ vergleichen, nach denen auch nichts mehr so war wie zuvor.

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