Die Reise nach Hamburg

Tagebuch einer Prostataoperation 

Ich hatte mir den Abschied vom Leben immer wie eine langsam abfallende Kurve vorgestellt. Einen sanften Wind nach einem Sturm, die letzten Tropfen eines Regengusses. Daran, dass das Leben einfach von einem auf den anderen Tag abbrechen oder seinen Charakter verändern könnte, hatte ich nie gedacht. Auf einen plötzlichen Abschied  war ich nicht vorbereitet. Ich wollte  dieses Leben nicht aufgeben und merkte mit Erstaunen, wie sehr ich es liebte.

Der Zug, den ich für Hamburg gebucht hatte, fiel aus. Mir wurde eine alternative Verbindung mit Umsteigen in Köln angeboten. Lilia erschien außer Atem auf dem Bahnsteig und umarmte mich. Sie hatte es gerade noch geschafft, das Krankenhaus rechtzeitig zu verlassen, um mich zu verabschieden.   Meine bevorstehende Operation macht ihr schwer zu schaffen. Schimpft sie auch oft wie ein Rohrspatz über mich, war ihr ein Leben ohne mich auch nicht recht.

Mit Glück schaffte ich den Anschluss nach Hamburg. Der Zug war nur halb voll, und ich fand mühelos einen Platz. Inzwischen war es dunkel geworden. Draußen zogen die Lichter von Düsseldorf und Duisburg vorüber. Viele  Fahrgäste saßen mit verschlossen Gesichtern in den Reihen. Niemand, der alleine reist, sieht glücklich aus. Glücklich war ich auch nicht. Wie auch? Ich fuhr nach Hamburg, um einen Krebstumor entfernen zu lassen.

Der Verdacht, dass ich an  einer ernsthaften Erkrankung litt, begleitete mich schon das ganze Jahr. Der PSA Wert, ein organisch nachweisbarer Tumormarker, hatte im Januar bereits die Grenze von 6 überschritten.  Eine anschließende Computertumografie bestätigte im Februar meine schlimmsten Befürchtungen: ein Fremdkörper von über einem Zentimeter Länge befand sich in meiner Prostata. Dann erfolgte überraschend die Entwarnung im März, als eine erste Biopsie nur harmlose Gewebeproben ergab. Doch die PSA Werte stiegen weiter, so dass im Herbst  eine zweite Biopsie vorgenommen werden musste. Diesmal wurde der Uruloge fündig. Die histologische Untersuchung des entnommenen  Gewebes ergab einen bösartigen Tumor in der rechten Prostata. Mein PSA Wert überschritt mittlerweile die Schwelle von 9. Ich musste dringend zeitnah operiert werden.

Gegen 20:00 Uhr stieg ich auf dem Hauptbahnhof Hamburg aus. Alles war eine Spur größer als in Köln oder Bonn. Breite Straßen, gewaltige Weihnachtsmärkte, Zehntausende unterwegs. Mit dem Bus Nummer fünf fuhr ich etwa zwanzig Minuten zur Gaertnerstraße. Eine freundliche Hamburgerin zeigte mir das Schild des „Motels Hamburg“ auf der anderen Straßenseite. Das „Motel Hamburg“ war eine Anlage, die unverkennbar in die Jahre gekommen war. Der Rezeptionist sah aus wie ein alter Seebär. Die Zimmer waren einfach und sauber, die Wände aber dünn wie Pappe.

In aller Herrgottsfrühe wachte ich auf und wusste im ersten Augenblick nicht, wo ich mich befand.  Der Strom des Lebens hatte mich als Stückgut erfasst und mich dahin getrieben, wohin ich nicht wollte. Nach Hamburg.

Fast eine halbe Stunde dauerte der Fußweg vom „Motel Hamburg“ zur Eppendorfer Universitätsklinik. Langsam wurde es hell, der Berufsverkehr hob an. Die kaum überschaubare Gesamtheit der Kliniken links und rechts der Straßen glich einer futuristischen Mega-Fabrik, in der nichts mehr produziert, sondern nur noch repariert wurde.

In der Aufnahmehalle UKE West 46 befand sich die berühmte Martini  Klinik, wie es hieß, eine der besten Prostatakrebsbehandlungszentren der Welt. Wer als Krebskranker hierher kam,  hatte gute Chancen, wieder gesund zu werden, es sei denn er kam zu spät. Wie ein älterer Mann, mit dem ich in der Eingangshalle ins Gespräch kam, während ich auf die Aufnahme wartete. Er kam aus Süddeutschland und gab sich keinerlei Mühe, seine Panik zu verbergen. Er habe einen Gleason Score von 9, einen PSA Wert von über 15 und außerdem habe er Blut im Urin. Sein Gesicht war zerfurcht, seine Schultern waren nach vorne gewölbt, als befürchte er, der Tod könne ihn auf der Stelle ereilen.

Eine distinguierte schlanke Dame in den Vierzigern  erschien und führte mich in den Verwaltungstrakt der Privatstation. Ich passierte helle Wände mit gerahmten Illustrationen, durchschritt Glastüren und nahm in einem Polstersessel Platz. Im Büro der Verwaltungsangestellten unterschrieb ich ein halbes Dutzend Verträge, von denen ich ahnte, dass sie mich noch viel Geld kosten würden.  Die Verwaltungsangestellte trug die Haare kurz geschnitten über einem alterslosen Gesicht. Ihre erotische Ausstrahlung kam mir vor wie ein letzter Sonnenstrahl auf einer Landschaft, von der möglicherweise bald würde Abschied nehmen müssen.

Anschließend wechselten wir in den ersten Stock, in dem die Aufnahmeuntersuchungen durchgeführt wurden. In einem Warteraum traf ich auf etwa ein halbes Dutzend weiterer Patienten. Einige  waren alleine gekommen wie ich, andere waren in Begleitung ihrer Frauen erschienen. Letztere  schienen sich in der Begleitung ihrer Gattinnen unbehaglich zu fühlen, gerade so, als seien sie Schüler, die zum ersten Schultag mit ihrer Mutter erschienen waren.

Die Türe öffnete sich und ein männlicher Pfleger forderte coram publico die anwesenden Männer auf, ein Urinröhrchen mit ihrem “Mittelstrahl“ zu füllen. Alle taten wie ihnen geheißen, zeigten aber ganz unterschiedliche Verhaltensweisen. Einer der Patienten, der mit seiner Frau auf dem Sofa saß, machte ein zorniges Gesicht, als sei ihm ein großes Unrecht widerfahren. Er hatte eine Stirnglatze, und eine eckige Figur und bewegte sich ruckhaft,  wenn er sprach.  Etwas abseits saß ein Mann mit Bürstenhaarschnitt, der den geschäftigen Typus verkörperte. Alle paar Minuten klingelte sein Handy, und er lief hinaus, um wichtige Informationen entgegen zu nehmen. Die verschämte Variante repräsentierte ein verschüchterter Mann mit teigiger Gesichtsfarbe. Obwohl er eine St. Pauli Fan-Kappe trug, hatte er den Blick gesenkt, als sei ihm peinlich, was ihm widerfahren war.

Ich blickte mich um und fragte mich, welchen Gleason Score und welche PSA Werte der „Zornige“, der „Geschäftige“ oder der „Verschämte“ hatten. Mein Gleason Score betrug 7a, mein PSA Wert war 9, Ein mittelschwerer Fall mit Todespotenzial.

Es folgten zwei ärztliche Aufklärungsgespräche am Vormittag.  Eine Anästhesistin  informierte  darüber, dass vor der OP ein Cocktail aus Schlaf- und Schmerzmitteln verabreicht würde. Diese Medikamentenmischung  führe normalerweise zu Atemstillstand und Tod. Damit das nicht geschähe, würde der Patient während der ganzen OP, die circa drei Stunden dauere, künstlich über einen Tubus beatmet. Sollte es zu unerwarteten Blutungen kommen, ständen Blutkonserven bereit. Erst wenn die OP zu Ende sei, würde der kontinuierliche Medikamentenzustrom unterbrochen. Es sei also nicht möglich, während der Operation aus der Narkose aufzuwachen. „Haben Sie noch Fragen?“ „Nein?“ „Dann wünsche ich Ihnen für Morgen alles Gute.“

Dr. Schott, ein junger, hochgewachsener Stationsarzt, erklärte mir die Funktionsweise des so genannten „da Vinci Systems“. Dr. Schott war ein patientenorientierter Arzt und bemühte sich um eine entspannte Gesprächsatmosphäre, indem er seine Darlegungen von der ersten bis zur letzten Minute mit einem aufmunternden Grinsen unterlegte. Das da Vinci System, begann er, sei ein patientenschonendes Operationsverfahren, bei dem man auf das Aufschneiden der Bauchdecke verzichte und die Prostata  mit Hilfe endoskopischer  Zugänge entferne. Während der Patient in Schräglage, die Füße nach oben, auf dem OP Tisch läge, würden Roboterarme über diese Zugänge in den Körper des Patienten eingeführt. Kontrolliert würden diese Roboterarme über einen Monitor, auf dem der Arzt das Operationsgebiet in zehnfacher Vergrößerung wahrnehme. Über eine Tastatur steuere der Arzt die Roboter-Arme, schneide und nähe,  bis schließlich die  abgetrennte Prostata über einen fünften, größeren Zugang in Höhe des Bauchnabele herausgezogen würde. Das hörte sich beunruhigend kompliziert an, doch  Dr. Schott  setzte noch einen drauf.  Eine häufige Komplikation der totalen Prostataentnahme sei die Entstehung von Wundsekret, erklärte er, ohne sein aufmunterndes Grinsen einzustellen. Normalerweise aber käme dieser Zufluss nach einigen Tagen zum Stillstand.  Manchmal ergäben sich auch Probleme mit den Nieren oder der Darmaktivität. Besonders heikel sei die Tangierung der die Prostata umgebenden Blutgefäße. Wenn die beiden für die Erektion zuständigen Nervenzellen bei der Operation entfernt werden müssten, dann sei „Sabbat“ mit Sex im Alter, meinte der Doktor. Die Kontinenz dagegen  bekämen die meisten Patienten in den Griff. Außerdem bedeutete die zeitweise Inkontinenz nicht „Dammbruch“ sondern „Tröpfeln“ was ich als gute Nachricht begrüßte.

Nach der Patienteninformation  ging es in den ersten Stock in die Privatstation. Hier sah ich zum ersten Mal Patienten, die ihre Operation bereits hinter sich hatten. Eigentlich sahen sie alle nicht schlecht aus, egal, ob sie in Bademänteln, Patientenkittel oder in Straßenkleidung herumliefen. Nur  eines war anders an ihnen als bei normalen Menschen: Alle trugen einen Urinbehälter an der Hüfte. Wie eine Armee von Verstümmelten, deren Blase über einen Katheter mit dem Urinbehälter verbunden war, standen sie beieinander und taten so, als sei alles In Ordnung.  Während wir in der Lounge der Privatstation auf die Zuteilung der Zimmer warteten, kamen manche von ihnen herein, setzten sich mit ihren schlenkernden Urinkathedern neben die Neulinge und gaben gerne Auskunft über ihren Zustand.

Einer von ihnen erzählte,  seine Operation sei ein Klacks  gewesen, und es bestehe überhaupt kein Grund zur Panik. Als wäre er ein Mitarbeiter des Krankenhauses, den der Marketing Direktor zur Aufheiterung der Stimmung in die Wartesäle geschickt hatte, sang er das Hohelied der Klinik. Hier seien alle Operateure wahre Meister ihres Faches, und Unterschiede in der Behandlung der Kassen- und Privatpatienten gebe es nicht. Er selbst hatte nach der ersten Operation die Klinik bereits kontinent verlassen, und sei nur noch einmal aus Süddeutschland angereist, um sich Wundsekret, das sich im Bauchraum gebildet hatte, absaugen zu lassen.

Erst gegen Mittag erhielt ich mein Zimmer in der Privat Station im ersten Stock. Mein Zimmergenosse hieß Olaf Bunker und besaß eine frappierende Ähnlichkeit mit Thilo Sarrazin. Olaf  stammte aus Goslar und wurde genau an diesem Tag 69 Jahre alt. Schon vor einer halben Woche war er operiert worden, litt aber seitdem am Austritt von Wundflüssigkeit in den Bauchraum, so dass sich sein Klinikaufenthalt hinzog. Olaf Bunker hatte als Kraftfahrzeugmeister  bei Mercedes gearbeitet und  besaß einen erdigen Humor.  „Nach der OP war der Eumel so dick, dass meine Frau sagte, so kann er bleiben“, berichtete Olaf. „Aber keine Sorge, der schrumpft auch wieder.“

Der erste Nachmittag verging in gelöster Stimmung. Mitarbeiter der Küche erschienen in unserem Zimmer und erkundigten sich nach den Speisewünschen. Medaillons in  Sahnesoße mit grünen Nudeln? Hühnergeschnetzeltes mir Reis? Ab Sonnenuntergang stand der Rotwein in der Lounge bereit.

Nach dem Abendessen rief mich mein Operateur Professor Graefen an. Pofessor Graefen,  eine Art Jürgen Klopp unter den Prostata-Operateuren, galt als die bedeutendste Koryphäe auf seinem Gebiet. Er befand sich gerade auf dem Rückweg von einem  Vortrag in Fulda und versicherte mir über das Autotelefon, dass er mit meinem Fall bestens vertraut sei.  Vor der Operation würde er mich persönlich allerdings nicht mehr kennenlernen können. Morgen Abend aber käme er vorbei. „Und nun wünsche ich Ihnen eine gute Nacht. Alles wird gut.“ Ende.

Danach sah ich mir Netflix-Serien an  und übte noch ein wenig Einatmen, weil ich morgen wegen der Schräglage bei der OP mit einer Lungenkompression rechnen musste. Ich schlief problemlos ein  und wachte  früh am Morgen auf. Um 6:00 Uhr duschte ich, um 7:00 Uhr wurde ich von einer Schwester zur Operation abgeholt.

In der Anästhesie bestieg ich einen Operationstisch, der beunruhigend an einen elektrischen Stuhl erinnerte und erhielt die ersten Injektionen. Noch während mir die bildschöne iranische Oberärztin Frau Dr. Moll von ihrer Heimatstadt Täbris erzählte, schlief ich ein und wachte erst wieder auf, als alles vorbei war.

Ich befand mich im Aufwachraum direkt an einem Panoramafenster und hatte einen Sauerstoffspender in der Nase. Es dauerte etwas, bis ich klar wurde und meine Leidensgenossen auf dem Liegen neben mir erkannte – unter ihnen den „Zornigen“ und den „Geschäftigen“, die nun aber wieder zornig noch geschäftig aussahen sondern einfach nur fix und foxi auf den Liegen lagen. Ich  fühlte mich aufgepumpt wie ein Medizinball, war aber mit Medikamenten so reichlich versorgt worden, dass ich keinen Wundschmerz  verspürte. Mir wurde sofort das Atemgerät unter die Nase gehalten, mit dem ich meine komprimierten Lungen wieder auf Vordermann bringen sollte. Noch während ich die erste Übung absolvierte, spürte ich wie tief aus meinem Magen eine schreckliche Übelkeit hochstieg. Die Nachwirkungen des Narkosecocktails machten sich bemerkbar. Draußen wurde es bereits dunkel.

Einer Stunde lang wurden meine Vitalwerte gemessen, und kontrolliert ehe man mich wieder auf die Station brachte, in der mich der gute Olaf mit aufmunternden Gesten erwartete.  Mir war so speiübel, dass ich besondere Medikamente erhielt, ohne dass es besser wurde. Nach zwei Stunden erklomm ich die Klimax meiner Übelkeit und stand kurz vor dem Erbrechen. Dann verschwand die Übelkeit von einem auf den anderen Augenblick.

Ich war trotzdem noch ganz benebelt, als Professor Graefen erschien. Professor Graefen war ein erstaunlich jung wirkender, gut aussehender Mediziner, den man sich mühelos auf einem Golf- oder Tennisturnier hätte vorstellen können. Er gab mir die Hand und berichtete, dass er mit dem Verlauf der Operation hochzufrieden sei.  Er habe zwar nicht alle Lymphknoten entfernt, aber trotzdem „am rechten Rand kräftig aufgeräumt“. Die helle Farbe meines Urins im Katheder stimmte ihn zuversichtlich, dass es zu keiner Entzündung kommen würde. „Das sieht alles sehr gut aus“, resümierte er und prognostizierte mir eine Entlassung ohne Katheter für den zweiten Weihnachtsfeiertag.

Das waren Nachrichten vom Feldherrnhügel, die Aufgaben der Infanterie übernahm kurz darauf Schwester Anne. Schwester Anne sah aus wie die große Schwester, die sich jeder wünscht und versorgte mich mit einer Mischung aus Autorität und Kompetenz. Ich erhielt die nächste Schmerzspritze und absolvierte meine erste Mobilitätsübung. Wie der Teufel schmerzte der Unterleib, als ich mich  dem Bett erhob und nichts weiter zustande brachte, als die Füße wie ein Wassertreter abwechselnd zu erheben und zu senken. Hilflos und schwankend stand ich vor Schwester Anne, die mich mit beiden Händen festhielt, weil ich sonst  umgefallen wäre.

In der Nacht konnte ich nur auf dem Rücken schlafen. Gegen 4:00 Uhr morgens wurde ich wach, als mir eine Nachtschwester eine neue Schmerzspritze verabreichte. Wieder ein neues Gesicht an der Schwesternfront. Ein kleiner Habicht, der mich mit intelligenten Augen ansah und genau wusste, was ich brauchte.

Am Morgen schmerzte der Bauchbereich mit den endoskopischen Wunden so sehr, dass ich mich kaum bewegen konnte. Die Gase, mit denen mein Körper vor der Operation aufgepumpt worden war, wollten nicht weichen und  bewegten sich wie ein messerscharfer Wind durch meinen Darm. Der Hals war wund wegen des Vollnarkosentubus.  Ich war derart von der Rolle, dass ich fünf Minuten lang meine Brille suchte, ehe ich merkte dass ich sie auf der Nase hatte. Langsam wurde es draußen hell. Permanenter Harndrang wegen des Ballons in der Blase quälte mich.

So gut ich konnte, riss ich mich zusammen, als Professor Graefen zur Morgenvisite erschien. Sein erster Blick galt meinem Katheder. „Wunderbar, die Farbe ihres  Urins, da können wir weiter guter Hoffnung sein“, sagte er. „Und das Missbehagen vergeht, verlassen sie sich darauf.  Morgen sieht die Welt schon ganz anders aus.“ Als der Professor beiläufig erwähnte, dass die Privatstation über Weihnachten geschlossen und wir verlegt werden würden, schaltete sich Olaf ein.  „Sie können uns doch auf die Frauenstation verlegen“, meinte er. „Von uns geht keine Gefahr mehr aus“.

Nach dem Professor erschien Schwester Elvira aus Krasnojarsk. Sie war von der robusten Sorte und riss mir nach einer kurzen Vorstellung ratzfatz das Pflaster vom Arm. Dann rammte sie mir für eine Blutentnahme die Nadel in meine Armebeuge, ohne eine Ader zu treffen. Als ich mich beschwerte, erwiderte sie mit tiefer Stimme. „Lassen Sie mich meine Arrrbeit machen.“ Sprach´s, holte eine neue Nadel, mit der sie im ersten Anlauf traf. Gerechterweise muss ich aber anmerken, dass ich tatsächlich über sehr zarte Adern verfüge, die schwer zu treffen sind. Nur mein Hausarzt Dr. Maurer und mein in verehrter Uruloge Dr. Knüpfer treffen meine Adern regelmäßig im ersten Anlauf.

An diesem Tag erhielt Olaf Auskunft über seine Gewebeproben. Die bei der Operation entnommenen  Gewebeproben waren auf Krebszellen hin untersucht worden. Olaf schluckte, als er erfuhr, dass in seinem Lymphknotengewebe Krebszellen gefunden worden waren. Deswegen würde die weitere  Beobachtung des PSA Wertes auch nach seiner Prostata-Operation unabdingbar sein. „Kopf hoch“, meinte der Arzt: „Die Chance, dass es noch weitere Krebszellen gibt, beträgt nur fifty-fifty.“

Intimpflege mit Michael Jackson

Der Höhepunkt des zweiten postoperativen Tages war die Intimpflege mit Schwester Elvira aus Krasnojarsk. Sachlich wie bei der Inaugenscheinnahme eines Salatkopfes auf einem Wochenmarkt  machte sich die Schwester an meinem Gemächt zu schaffen, zog die Vorhaut zurück und zeigte mir, wie ich die Eichel zu putzen hatte. Dann legte sie die Kathederkanüle frei und gab mir einige Hinweise für die angesagte Schlauchsäuberung.  „Immer vom Penis weg wischen“, befahl sie.  Am Ende befestigte sie eine dünne Mullbinde an der Nahtstelle von Penisöffnung und Katheder, so dass mein zusammengefaltetes Gemächt aussah wie eine kleine Torte  mit Schleifchen. „Bei der Intimpflege darf  auch der Hodensack nicht vergessen werden“, schloss Schwester Elvira. „Ihre Hoden brauchen Raum“, sagte sie und forderte mich auf, durch einen „Michael Jackson-Griff“ mein Skrotum regelmäßig hochzuziehen und durchzuschütteln. Seit dieser Lehrstunde war ich ein Fan von Schwester Elvira.

Am meinem dritten postoperativen Tag wurde Olaf entlassen. Er ging mit Katheder, um Weihnachten im Kreise seiner Familie zu verleben. Der Uruloge seines Vertrauens in Goslar würde ihn Ende der Woche vom Katheder befreien. Ich brachte ihn zum Aufzug und wünschte ihm alles Gute.

Weil ich nach Olafs Abgang alleine im Patientenzimmer lag und rein gar nichts zu tun hatte, übte ich mich wacker in den Techniken der Intimpflege und der Katheter-Handhabung. Noch niemals in meinem Leben hatte ich mich derart intensiv mit meiner Eichel und meiner Vorhaut beschäftigt. Über Jahrzehnte hinweg waren sie nichts weiter als gute Kameraden gewesen, auf die man sich immer verlassen konnte. Nun wurden sie zum Gegenstand der Sorge.

Wenn ich nicht gerade meine Eichel und meine Vorhaut säuberte, schaute ich über mein Tablett eine Netflix Serie nach der nächsten, übertrug meine Reisetagebücher ins Siri Format und arbeitete an verschiedenen Manuskripten.  Alle paar Stunden marschierte ich die Gänge entlang und  bemerkte, dass das Gehen immer problemloser vonstattenging.  Daran, dass die Lounge am Eingang der Privatstation leer war, stellte ich fest, dass keine neuen Patienten mehr aufgenommen wurden. Weihnachten rückte heran.

Bei einem meiner Rundmärsche über die Flure kam ich mit ihm dem „Geschäftigen“ ins Gespräch. Es ging ihm ähnlich gut oder schlecht  wie mir, wenngleich ihm der Katheder im Penis schwer zu schaffen machte.  Genau wie ich hatte er unmittelbar vor der Operation eine Aida Kreuzfahrt unternommen. Er war auf der AIDAnova gereist, wir waren auf der AIDAprima unterwegs gewesen. Sieh mal an. Ein anderer Patient, den ich noch nie gesehen hatte, gesellte sich zu uns und erzählte, dass er seinen ersten Stuhl gehabt habe. Der erste Stuhl sei gewissermaßen die Wasserscheide der Genesung. Habe man die hinter sich, sei man aus dem Schneider.

Daran gemessen war ich noch nicht aus dem Schneider. Ich lief noch immer aufgebläht wie eine Hochschwangere durch die Gegend, und die einzige Erleichterung, die mir ab und an zuteil wurde, war ein zaghafter Furz. Pflaumensaft und Abführmittel hatten noch nicht angeschlagen. Außerdem brannte der Katheder zum Gotterbarmen, sobald ich in die Defäkationsposition einnahm. „Nur keine Eile“, mahnte Schwester Elvira. „Haben Sie Geduld. Der Darm wirrrd sich melden.“

Am Nachmittag war es dann endlich soweit. Nach einer Dreiviertelstunde mit offener Schleuse, während derer ich schier verzweifelte, weil sich die Abfuhr nur millimeterweise nach Süden bewegte, kam der Durchbruch. Der Stuhl war hart wie Stein, dann weich wie Schokoladenpudding. Jetzt fühle ich mich so gut wie lange nicht mehr. Die Entspannung nach einem Orgasmus war nichts dagegen.

Am vierten postoperativen Tag sah ich Professor Gaefken zum letzten Mal. Er verabschiedete sich  in den Winterurlaub und versicherte mir wieder, alles würde gut werden. Allerdings würde es nach der Kathederentfernung  eine anfängliche Inkontinenz geben, prophezeite er, aber gerade deswegen sei es gut, dass ich noch einen Tag länger in der Klinik bleibe.  Leider konnte ich dem Professor nur sehr wenige Einzelheiten von der Operation entlocken, abgesehen davon, dass er auch sehr gespannt auf dem histologischen Befund der entnommenen Lymphknoten sei. Er könne so oder so ausfallen. Sicher könne man sich da niemals sein.

Als der Professor gegangen war, musste ich noch lange über seine Bemerkung nachdenken. Dass etwas so oder so sein konnte, bezeichnete man in der Philosophie als Kontingenz. Von meinem Philosophiestudium wusste ich, dass die Kontingenz zu den existenziellen Grundbefindlichkeiten des Menschen gehörte. Kontingenz bedeutet: nichts ist festgelegt, alles kann so, aber auch ganz anders sein. Man kann Krebs bekommen, oder auch nicht. Alles ist möglich, nichts ist determiniert.

Das Gegenteil von Kontingenz ist Kontinenz. Schließmuskel auf oder zu, ja oder nein zur Körperentleerung – die Beherrschung dieser Abläufe bezeichnet man als Kontinenz. Biografisch betrachtet ist die Kontinenz die erste Herrschaftserfahrung des werdenden Menschen über seinen Körper. Ihr folgt später die Kontingenz als existenzielle Ohnmachtserfahrung des reifen Menschen gegenüber seinem Schicksal. Im Alter nähern sich Kontinenz und Kontingenz einander an. Die Kontinenz wird unzuverlässig, es tröpfelt mitunter wider Willen. Mit einem Wort die Kontinenz wird kontingent und damit zur Inkontinenz.

Meine Frau rief an und regte sich darüber auf, dass die Fernbedienung für die Garage verschwunden sei. Sie müsste eigentlich im Auto liegen. Offenbar lag sie aber ganz woanders. Dass die Fernbedienung im Handschuhfach, auf der Straße oder im Briefkasten liegen konnte – war das nicht Kontingenz?

Der vierte nachoperative Tag zog sich wie Kaugummi. Ich war mitsamt Bett und Koffer in ein Einzelzimmer auf die Nachbarstation geschoben worden. Die Telefonanlage funktionierte nicht, die Wände waren dünn, und ich hörte, wie mein kroatischer Nachbar mit seiner Ehefrau diskutierte. So zog ich die Kopfhörer über und schaute auf meinem Tablett die  Netflix Serie „The Kominsky Method“. In dieser Komödien-Serie spielt Michael Douglas den alternden Schauspieler Sandy Kominsky, der eine Schauspieler-Akademie betreibt und mit einer speziellen Methode versucht, jungen Akteuren eine authentische Bühnenpräsenz beizubringen. Das geht natürlich nicht ab ohne die eine oder andere Liebesaffäre, die halb ironisch, halb melancholisch rüberkommt, weil der alternde Mime hinter seinen eigenen Potenzansprüchen zurückbleibt. Aber nicht nur sexuell läuft es nicht rund bei Mr Kominsky. Auch mit seiner Blase ist etwas nicht in Ordnung, denn er sieht sich gezwungen, in immer kürzeren Abständen die Toilette aufzusuchen. Bei seinem Urulogen erfährt er schließlich die bittere Wahrheit: er hat ein  Prostatakarzinom. Als Sandy Kominsky diese schlechte Nachricht vernimmt, ist er wie vom Donner gerührt. Hinter den turbulenten Details seiner Altherrenexistenz erscheinen die Umrisse des Todes.

Damit endete die erste Staffel. Die zweite Staffel befand sich bereits in Arbeit. Ihr Titel „Deadline“ deutete an, dass  es dem lebensfrohen Mr. Kominsky nun ans Leder, respektive an den Penis gehen würde. Denn spätestens bei der Diagnose von Prostatakrebs hört der Spaß auf.

Der fünfte nachoperative Tag war der Heilige Abend. Extremer Harndrang, der durch den Kathederballon erzeugt wurde, quälte mich den ganzen Tag. Als auch die Intimpflege nichts mehr nutzte, war ich kurz davor, mir das ganze Gerät aus dem Penis zu reißen. Zu allem Unglück kam auch noch ein Penispilz hinzu. Meine übertriebene Intimpflege hatte meinen besten Freund in ein feuchtes Biotop verwandelt, auf dem sich ein Pilz angesiedelt hatte, der nun wie Feuer juckte.  Schwester Helga, eine ältere Pflegerin mit hohem Empathiepotenzial, fand eine Kortsion-Paste die mich über die Nacht brachte.

Den Vormittag und Mittag des Heiligen Abends verbrachte ich im Bett und suchte nach der optimalen Position. Am schönsten war es, wenn ich auf dem Rücken lag und sich der Harndrang und das Jucken zeitweise in Grenzen hielten. Dann lag ich  ganz still, atmete vorsichtig ein und aus, damit der glücklichen Zustand nicht endete. Wenn sich Harndrang und Juckreiz wieder einstellten, floh ich aus meinem Zimmer und unternahm weite Spaziergänge durch das Krankenhaus. Ich betrachtete die Tannenbäume in den Stationseingängen, sah in leere Patientenzimmer oder stand am Fenster und hörte, wie die Regentropfen gegen die Scheiben klatschten. Das Weihnachtswetter war scheußlich: nass, kalt und grau.

Außer mir nur befanden sich nur noch ein  Kroate, ein Norweger und ein Türke im Krankenhaus.  Der Türke war aus einer ganz anderen Station auf die Urulogie verlegt worden und fühlte sich unter Kathederträgern sichtlich unwohl. Wie ein Leibwächter begleitete ihn seine dick vermummte Gattin in zwei Schritten Abstand.  Der Norweger sprach weder deutsch noch englisch und zeigte sich nicht. Nur mit dem Kroaten und seiner Gattin war eine Unterhaltung möglich. Sie kamen aus Zagreb und hatten innerhalb von zehn Tagen einen Operationstermin in der Martini Klinik erhalten, was mich verwunderte. Auf den übrigen Etagen der Martini Klinik traf ich nur noch auf geschlossene Stationen. Hier und da wuselten noch Pfleger herum, aber alle im Vorweihnachtsmodus mit den „Wann-komme-ich-hier-endlich-raus?“ Gesichtern.

Es war dunkel geworden, und der Heilige Abend brach an. Kurz bevor Lilia und Milena in Bonn in die Kirche gingen, erreichte ich die beiden per Skype. Ich sah, wie meine Frau  im Wohnzimmer den Baum schmückte und Milena auf dem Boden saß. Die Stimmung schwankte zwischen Hoffnung und Beklommenheit, dann endete die Übertragung, weil die beiden in die Abendmesse gingen.

Am Heiligen Abend war die Station praktisch leer. Die verbliebenen Patienten waren entweder ausgeflogen oder hatten sich in ihre Einzelzimmer zurückgezogen. Mir juckte der Penis wie Feuer, und ich besorgte mir zusätzliches Kortison von Schwester Helga, um mein Leid zu lindern. Schwester Tatjana aus Estland rückte zusätzlich mit einer Pumpe an und entlüftete mir den Katheder. Blutgerinsel wurden herausgezogen, die möglicherweise den Kathederabfluss behindert hatten. Danach wurde es etwas besser, und ich schlief ein.

Um 4:00 Uhr in der Nacht wachte ich auf, und augenblicklich setzte das Missbehagen wieder ein. Sehnsüchtig wartete ich auf den Termin der Kathederziehung. Dann war es endlich soweit. Pünktlich um 6:00 Uhr in der Frühe des sechsten nachoperativen Tages erschien der Pfleger Andreas, ein Baum von einem Mann, und zog mir den Katheter. Ein kurzes Ziehen in Harnröhre und Penis, und ich war erlöst. Halleluja.

In Wahrheit kam nun erst der entscheidende Augenblick. Sofort nach der Kathederentfernung  wurde ich aufgefordert, literweise Wasser zu trinken, um  zweierlei zu klären: (1)  Kommt überhaupt Wasser durch den künstlichen Strang zwischen Blase und Harnleiter?(2) Und kann ich den Fluss kontrollieren?

So trank ich wie ein Kamel nach einer Woche Wüstenritt und stellte zu meiner Freude fest, dass  der Harndrang sehr schnell einsetzte. Ich konnte Wasser lassen und den Strahl, wenigstens teilweise,  kontrollieren. Allerdings gingen beim Aufstehen oder plötzlichen Bewegungen durchaus einige Tröpfchen in die Hose. Dass aber sei normal, erfuhr ich, und sei durch konsequentes Beckenbodentträining it der Zeit beherrschbar.

Nachdem ich mehrfach auf der Toilette gewesen war, erschien eine Urologin und untersuchte mich mit Ultraschall. Ihr Name war Frau Doktor Sondermann. Sie war eine extrem kontaktfreudige Person, die vom ersten bis zum letzten Moment der Visite mit mir palaverte. Ihr Befund war durchgängig positiv, was sie nicht verwunderte, weil Professor Graefen, mein Operateur, ein wahrer Künstler sei. Mit anderen Worten: sie hatte nichts dagegen, falls ich heute noch auschecken wollte.

Das war mein Stichwort, und plötzlich erfüllte mich nur noch ein einziger Wunsch: Nachhause! Ich rief Michael in Köln an, mit die Abholung für den nächsten Tag vereinbart war und konnte ihn überreden, mich doch heute in Hamburg abzuholen. Er zögerte keine Sekunde, der Gute, das werde ich ihm nicht vergessen.

In den nächsten Stunden trank ich weiter und lief alle paar Minuten zur Toilette, um Wasser zu lassen. Die Häufigkeit ergab sich aus dem Umstand, dass die Blase eingeschrumpft war und sich nun wieder weiten musste.

Aber nicht nur die Blase, auch mein Penis hatte sich verändert.  Er war nach der Prostataoperation einen Zentimeter kürzer geworden und lag nun wie ein ängstliches, zu kurz gekommenes Nagetier in meiner Netzunterhose. Kopf hoch, alter Junge, dachte ich. Deine Zeit ist noch nicht abgelaufen, und möglicherweise wartet auf dich noch eine ergiebige Alterskarriere wie bei Johannes Heesters oder August dem Starken.

Ich nahm noch das Mittagessen auf der Station ein und packte meine Koffer. Michael erschien  kurz vor 16:00 Uhr an der Klinik. Ich bedanke mich herzlich bei allen Schwestern und steckte ein Trinkgeld in das Stations-Sparschwein. Dann fuhren wir heim und erreichten Bonn am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages gegen 21:00 Uhr. Dort erwartete uns die Familie mit Rotwein, Ente, Rotkohl und Knödeln.

(Adrian Ambrer)

 

 

7 Gedanken zu „Die Reise nach Hamburg“

  1. Liebe Frau Kaminski,
    vielen Dannbk für Ihre freundlcihen Worte – und meine besten Wünsche zur Genesung für Ihren Mann. Es stimmt,die ersten Tage sind bitter, aber dann geht es aufwärts. Ich bin wieder voll auf dem Damm und wünsche das auch Ihrem Mann von Herzen. Bitte grüßen Sie ihn und alles Gute auch für Sie.
    Adrian Ambrer

  2. Hallo Herr Ambrer,

    vielen Dank für diese geistreiche und doch amüsante Geschichte. Mein Mann befindet sich gerade in der Martini Klinik und wurde heute operiert! Ihre Geschichte hilft mir in dieser Zeit nicht die Nerven oder auch…Humor zu verlieren.
    Ich habe mehrfach lachen müssen über so manche Beschreibung…wenn mein Mann auch so lachen könnte. Heute wohl weniger aber es sollte ab dem dritten Tag schon wesentlich besser sein…las ich in den Unterlagen der
    Martini Klinik.

    Danke nochmals
    und bleiben Sie gesund und so humorvoll!!!!
    Maya aus Hamburg

  3. ich bin froh, lieber Adrian, dass du das alles so gut überstanden und deinen optimismus und humor nicht verloren hast, und ich bin zuversichtlich, dass auch dein kleiner bester freund wieder zu seiner hochform zurückfindet.
    in diesem sinne
    dein freund, mitkämpfer und ex-kollege klaus peter

  4. Liebe Familie Fischer,
    danke für die freundliche Rückmeldung. Und danke der Nachfrage. Mir geht es sehr gut, ich glaube fast, ich bin geheilt. Die Reise nach Hamburg hat sich uneingeschränkt gelohnt. Die medizinische Behandlung war genauso effektiv wie das Betreuungspersonal feundlich war.
    Beste Grüße
    Dr. Adrian Ambrer

  5. Hallo Adrian Ambrer,

    die “ Reise nach Hamburg“ zu lesen hat mir ausgesprochenes Vergnügen bereitet. Für mich war diese Geschichte ein ganz wundervolles Dankeschön an das Personal der Martini Klinik. Ich bin nur mittelbar mit dieser Klink verbunden, meine Frau ist die blonde distinguierte Dame mit Kurzhaarschnitt und dem zeitlosen Gesicht. Sie hat sich sehr gefreut über “ ihren Abschnitt“ in dieser Geschichte. Nun hoffe ich, Ihnen geht es gut und Sie sind vollkommen genesen.

    Beste Grüße
    Kay Fischer und Randi Sandven Fischer

  6. Hallo Herr Dr. Fleischmann,
    Danke für die freundliche Rückmeldung. Schopenhauer hat schon recht, wenn er sagt „Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber nicht wollen, was er will“ aber am besten ist es natürlich, wenn er genau das will, was er wollen soll (Montesquieu).
    Beste Grüße und auch für Sie alles Gute
    Adrian Ambrer

  7. Ich wurde am 18.09.1999 in der Martini-Klinik von Dr. Michel operiert und habe mit Begeisterung den Bericht gelesen, kenne ja Tatjana aus Estland und die Räumlichkeiten gut. Ich hatte allerdings bis auf den 1. postoperativen Tag keine erwähnenswerte Schmerzen, wurde bereits am 4. postoperativen Tag mit Katheter entlassen. Ich habe mich ansonsten im Bericht wiedererkannt.Ich bin kontinent, mein PSA ist o,o7! ( Halleluia). Ansonsten nach Schopenhauer: “ Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber nicht wollen, was er will“ Alles Gute!

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